Die Geschichte des AC Dachau

Vorwort

Geschichtsforscher haben es leicht, denn Sie können in den öffentlichen Bibliotheken, in alten Urkunden und Aufzeichnungen nachlesen, was früher geschah. Für die Geschichte unseres Clubs ist dies nicht so einfach gewesen. 

Obgleich von Gründungsmitgliedern noch einige - zum Zeitpunkt der Artikelerstellung - am Leben waren, war es sehr schwer, etwas über den Beginn des Clubs zu erfahren. Aufzeichnungen, Gründungs- und Versammlungsprotokolle, Verantstaltungsaufrufe und Zeitungsartikel sind nicht mehr aufzutreiben. Zur Darstellung des Geschehens um die Gründungsjahre musste man sich weitgehend auf die Erinnerungen der damals noch lebenden Gründungsmitglieder verlassen. 

Mühe machte es auch, die Zeit der Wiederbelebung nach dem Kriege einigermaßen genau zu erforschen. Auch für diese Zeit sind keine Aufzeichnungen vorhanden.

Trotz aller Schwierigkeiten wurde der Versuch unternommen, möglichst viel über die Geschichte des Clubs in Erfahrung zu bringen, um dies für die Zukunft festzuhalten. 

Die Gründung des AC Dachau und die Jahre danach

Es steht einwandfrei fest, dass der Club im Jahre 1925 ins Leben gerufen wurde. Obwohl bei der Erstellung dieses Artikels noch einige Gründungsmitglieder lebten, konnten Sie sich nicht mehr an den genauen Gründungszeitpunkt erinnern. Schriftliche Unterlagen sind, wie schon zuvor erwähnt, nicht mehr vorhanden. 

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

Blasius Fischer, Jakob Trinkl, Hans Metz, Anton Kraus, Johann Fischer, Hans Egolf und Josef Bielmeier

Man muss ei dieser Gründung die Weitsicht und die ideale Einstellung der Gründer bewundern. Sie nannten den neuen Verein nämlich "Motorsportclub Dachau". Wert wurde auf den mit Motorfahrzeugen ausgeübte Sport gelegt. Dabei ist festzuhalten, dass zu der Zeit das gängigste Motorangetriebene Fahrzeug das Motorrad war. die etwa 60 Mitglieder des neu gegründeten Clubs waren daher mit Ausnahme von nur zwei Autobesitzern, Motorradfahrer. Die beiden Autofahrer waren Georg Doll und Blasius Fischer. Letzter fuhr den so genannten "Laubfrosch", ein Opel 4 PS der es mit seiner im Namen enthaltenen Leistung auf eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h brachte. Später kam noch ein weiterer Wagenbesitzer, Herr Rabl aus Hebertshausen, mit einem zweisitzigen Hanomag 2/10 dazu.

Am Sonntag den 03.07.1927 veranstaltete der Club eine Fuchsjagd. Ausgangspunkt war damals das Gasthaus "Drei Rosen", welches noch heute unser Clublokal ist.

MC Dachau Fuchsjagd 1927.jpg
Fuchsjagd des AC Dachau vom 09.07.1927 vor dem Gasthaus "Drei Rosen".
Fuchsjagd des AC Dachau vom 09.07.1927 vor dem Gasthaus "Drei Rosen".

Unserem ehemaligen Schriftführer, Rudi Hößrich, gelang es, im Archiv der Pressestelle des ADAC - Gau Südbayern eine belegbare Erwähnung des Clubs aufzustöbern. Auf Seite 14 des "Nachrichtenblatt Gau Südbayern im ADAC" vom 09. August 1928 heißt es unter "Ortsgruppen des Gaues Südbayern im ADAC": 

"Dachau: Motosportclub Dachau, z. Hd. 1. Vors. Blasius Fischer"

Um als "Ortsgruppe" des ADAC aufgeführt zu werden, muss somit der Club die notwendige Mitgliederanzahl bereits zu diesem Zeitpunkt erreicht haben, weshalb das Gründungsjahr 1925 plausibel ist. 

Da diese Erwähnung des Clubs im Nachrichtenblatt des ADAC als einwandfreier Nachweis des Bestehens angesehen werden kann, hat sich die Vorstandschaft des Clubs von 1980 dazu entschlossen, den 09. August 1928 als offizielles Gründungsdatum festzulegen.

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Nachrichtenblatt Gau Südbayern im ADAC, vom 09.08.1928

In den 30er Jahren wurden zahlreiche Veranstaltungen organisiert und durchgeführt. Von Motorradrennen, Festumzügen, und Familienausfahrten wurde für jedes Clubmitglied etwas passendes angeboten. Zur selben Zeit wurde auch das größte Faschingsereignis Dachaus, die "Dachauer Autler Kirta" aus der Taufe gehoben. Selbst Jahrzehnte danach bestimmte die Veranstaltung das Dachauer Faschingstreiben als einer der beliebtesten Veranstaltungen. 

Anfang der Kriegsjahre wurde das Benzin rationiert und sämtliche Reifen für Ihre Zwecke requiriert. Leider wurden auch viele Fahrzeuge aus privatem Besitz zum Kriegsdienst herangezogen, weshalb das Clubleben vollständig zum erliegen kam. 

Der Neubgeninn

Hatte schon der Krieg viele Fahrzeuge den Besitzern entführt, so sorgten bei Ende des Krieges die Besatzungsmächte für eine weitere Entführung der verbliebenen Fahrzeuge. Durch missgünstige Neider wurde so mancher verborgene Wagen und manches gerettete Motorrad an die Besatzer verrraten. An eine motorsportliche Veranstaltung war vorerst nicht zu denken. Reifen und Benzin waren ja rare Artikel. 

Nachdem sich diese Zustände lockerten, dachten auch die Motorsportbegeisterten Clubmitglieder an eine Wiederaufnahme der Clubaktivitäten. Der Club hatte nie aufgehört zu bestehen, durch den Krieg war alles nur "eingeschlafen". So fanden sich am Donnerstag, dem 15. September 1949, auf Initiative von Sigi Lerchenberger, die Clubmitglieder zusammen um den Club wieder zu beleben. An dieser Veranstaltung wurde Sigi Lerchenberger zum 1. Vorstand gewählt. Dies geschah unter dem alten Namen "Motorsportclub Dachau". In das Vereinsregister wurde der Verein diesmal nicht eingetragen, was zu einem großen Nachteil werden sollte.

Da auch weiterhin Motorräder in der Überzahl waren, wurden auch hauptsächlich Veranstaltungen für diese ausgeschrieben. An erster Stelle standen da die "Grasbahnrennen". Sie wurden damals auf der Pollnwiese, einer heutigen bebauten Fläche zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Pollnstraße ausgetragen. Da diese Rennen einen großen Anklang fanden, bei denen 5.000 bis 6.000 Zuschauer kamen, wurde beschlossen diese Veranstaltung im Rahmen des Dachau Volksfest am 1. Volksfestsonntag durchzuführen. Durch einen tragischen Unfall wurde dieses Vorhaben 1951 wieder eingestellt. Aus Haftungsgründen legte Sigi Lerchenberger 1951 die Vorstandschaft nieder. Ernst Bardtke wurde 1. Vorsitzender, unter dessen Regie hauptsächlich gesellschaftliche Veranstaltungen und Ausfahrten durchgeführt wurden. Nach kurzer Zeit erkrankte Ernst Bardtke sehr schwer, weshalb das Vereinsleben zum Erliegen kam.

Grasbahnrennen Dachau 1950
Grasbahnrennen Dachau 1950
Eine neue Ära beginnt

Am 01. Januar 1952 war unser bekanntestes Clubmitglied "Sepp Greger" dem Club beigetreten. Er übernahm bald darauf das Amt des Sportleiters. Da durch die Erkrankung von Herrn Bardtke längere Zeit keine Neuwahlen durchgeführt wurden, wurde der Sportleiter Sepp Greger vom Registergericht aufgefordert, entweder den Club aufzulösen oder Neuwahlen durchzuführen. 

Daher rief Sepp Greger am Dienstag dem 01. Dezember 1959 die Mitglieder zu einer Jahreshauptversammlung auf. Bei dieser Veranstaltung wurde eine neue Satzung erstellt und eine neue Vorstandschaft mit Sepp Greger als 1. Vorsitzender gewählt. Gleichzeitig wurde der Motorsportclub Dachau in den heute bekannten "Automobilclub Dachau" umbenannt und in das Vereinsregister eingetragen. 

In den Jahren 1961 - 1964 wurden einige Fuchsjagden und Gokartrennen durchgeführt. Als besonderes Ereignis seien auch einige Schnauferl - Geschicklichkeitsfahrten zu erwähnen. 

Aufgrund der sportlichen Aktivität unseres 1. Vorsitzenden Sepp Greger traten immer mehr Motorsportler dem Club bei. In den Jahren 1959 bis 1975 wurden von diesen große nationale und auch internationale Erfolge errungen.

Der AC Dachau trat nun auch als Veranstalter und Organisator von nationalen und internationalen Rennen auf. So wurde am 02. Mai 1965 das 1. ADAC Peißenbergrennen als Lauf zur deutschen Bergmeisterschaft vom AC Dachau durchgeführt. 1966 folgte das 2. internationale ADAC Peißenbergrennen. Diese beiden Veranstaltungen waren vorerst die größten Erfolge des AC Dachau. Es folgten am 05. Mai 1968 das Bergrennen in Riedenburg, sowie am 25. - 26. Oktober 1969 das vom ADAC übernommene 4. internationale Flugplatzrennen München - in Neubiberg. Bei diesen Rundstreckenrennen machten Nikki Lauda, John Watson und Dieter Quest ihre ersten internationalen Erfahrungen im Motorsport.

Im Jahr 1970 wurden vom Club am 23. - 24. Oktober 1970 das 5. internationale Flugplatzrennen in Neubiberg ausgetragen. 1971 - 1972 wurden internationale Slaloms auf dem MAN Versuchsgelände und 1973 auf dem Gelände der Ruderregatta in Oberschleißheim durchgeführt. Am 4. und 05. Mai 1974 konnten wir wieder das 6. internationale Flugplatzrennen austragen. In den Jahren 1975 - 78 wurden uns von behördlicher Seite diese Großveranstaltungen nicht mehr genehmigt. So wurden eine stattliche Anzahl von Clubveranstaltungen (Fuchsjagden, Familinerallyes, Suchfahrten, u.a.) durchgeführt.

Am 22. und 23. September 1979 konnten wir mit dem 1. internationalen Hopfenland Bergrennen in Pfaffenhofen a. d. Ilm wieder eine Großveranstaltung durchführen. 

Auch das gesellschaftliche Leben kam nicht zu kurz. So wurde unter anderem im Februar 1979 zum 25. Mal die Dachauer "Autler Kirta" gefeiert. Zur Volksfestzeit wurden seit Jahren Tretcar-, Mofa- und Mopedturniere durchgeführt. 

Leider ließen sich beim Motorsportveranstaltungen Unfälle nicht vermeiden. So verunglückten Sepp Greger auf dem Flugplatzrennen in Klagenfurt und Dieter Schmid beim 6. Sudelfeld Bergrennen. Beide erlitten glücklicherweise keine bleibenden Schäden. Beim Norisrennen am 28.04.1968 in Nürnberg verunglückte allerdings unser Clubmitglied Bernd Stelzig tödlich. Er wird uns als Rennfahrer und Kamerad in guter Erinnerung bleiben. 

Am 26. April 1980 war es dann soweit, mit zahlreichen Mitgliedern, Freunden und Gönnern feierte der Automobilclub Dachau seinen 50. Geburtstag im Gasthaus "Hörhammer". 

Aufgrund eines schrecklichen Rennunfalls unseres Clubmitglied Fritz Müller wurde das Hopfenland Bergrennen 1981 das letzte mal ausgetragen.

Der Verein verlagerte nun seine Aktivität auf kleiner Veranstaltungen, wie z. B. Familienrallyes, Geschicklichkeitsturniere und Fuchsjagden. Als reine Motorsportveranstaltung wurde lediglich die Clubmeisterschaft in Schauerschorn beibehalten. 

Nach 29 Jahren als Vorsitzender des AC Dachau gab Sepp Greger die Führung an Josef Glas weiter. Daraufhin wurde unser langjähriger "Chef" zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Automobilclub Dachau e.V. im ADAC

Postfach 1125

85201 Dachau

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Vertreten durch:

Marc Pötzsch

1. Vorsitzender

Laszlo Habon

2. Vorsitzender